3 Tage London – Über die Brücken zu den interessantesten Spots

London – eine Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, in die es uns schon lange zieht. Viele Freunde von uns sind schon mehrfach dort gewesen, doch bei uns stand London schon immer auf der „Wo möchten wir gerne hin“-Liste. Doch dann haben wir uns statt eines materiellen Geburtstagsgeschenkes den Kurztrip finanziert. Es ist doch viel schöner gemeinsam Neues zu erleben und Erinnerungen zu schaffen, als sich Materielles zu schenken, was früher oder später dann doch nur in der Ecke liegt. London – als Potterhead natürlich ein Muss! Doch auch der Ruf der anderen Sehenswürdigkeiten eilte uns schon voraus – Tower of London, Millennium Bridge, London Eye, Buckingham Palace… Wie müssen wir die Tage strukturieren, um so viel wie möglich mitzunehmen? Oder leben wir lieber in den Tag hinein und genießen die neuen Begegnungen und nehmen Erfahrungswerte für uns mit? Im Endeffekt haben wir uns im Vorhinein nicht so viele Gedanken gemacht und sind vor Ort direkt durch unterschiedliche Gassen geschlendert und haben die Atmosphäre auf uns wirken lassen. Das Wetter hat uns auch keinen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass wir mit strahlendem Sonnenschein im September die drei Tage vollends genießen konnten.

Wir sind am Montagmorgen mit der Bahn zum Kölner Flughafen gefahren. Als Studierende können wir kostenlos (mit nur einem vergleichsweise kleinen Beitrag im Semester) die öffentlichen Verkehrsmittel in Nordrhein-Westfalen nutzen. Von dort aus sind wir mit dem Flugzeug zum Flughafen London-Stansted geflogen und mit der Bahn zum Bahnhof Liverpool Street gefahren. Der Stansted Express fährt von London Stansted aus alle 20 Minuten, sodass wir keine langen Wartezeiten über uns ergehen lassen mussten. Das Ticket für die Bahn könnt Ihr Euch zuvor online kaufen https://www.stanstedexpress.com/de/ und zeitenunabhängig am Tag selbst einlösen. Als Tipp von uns: Ladet Euch dieses im Voraus runter – im Flughafen vor der Abfahrtstation habt Ihr kaum Internetempfang!

Wie kommst Du kostengünstig von A nach B?

In London sind die Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln außerordentlich gut ausgebaut. Wir haben zu Beginn am Bahnhof Liverpool Street die „Visitor Oyster Card“ gekauft, eine Karte, mit der wir im Zentrum für sehr wenig Geld mit den Bussen und der Underground hin und her pendeln konnten. Das Beste: In London hast du einen maximalen Tagesbetrag, der bei ca. £6 pro Person liegt und nicht überschritten werden kann. Danach können die Verkehrsmittel kostenlos genutzt werden. Diese hat uns ermöglicht, kostengünstig die Stadt zu besichtigen und spontan ganz andere Ziele zu erreichen. Die Karten könnt Ihr an allen Bahnhöfen erwerben und am Ende Eures Aufenthaltes dort auch wieder zurückgeben.

Das ist die Visitor Oyster Card

Empfehlenswert: englisches Frühstück im Breakfast and Burgers

In der Nähe vom Bahnhof Liverpool Street haben wir ein Frühstücksbistro gefunden, dass uns ein typisches english breakfast präsentiert hat: english tea, poached eggs, sausages, beans, bacon, toast, hash browns… himmlisch! Das Bistro „Breakfast and Burgers“ befindet sich auf der 106 Leadenhall St. und ist fußläufig vom Bahnhof Liverpool Street aus gut zu erreichen. Mit knapp £5 für ein Frühstück pro Person sind wir sehr zufrieden gewesen und haben ausreichend frühstücken können. Vegetarisches Frühstück ist ebenfalls vorhanden und mittags können Burger bestellt werden. Von außen hat das Bistro zunächst sehr klein und unscheinbar gewirkt, doch innen haben wir eine Atmosphäre erlebt, wie wir sie nur aus Filmen kannten. Wir haben die unterschiedlichsten Menschen erlebt, die zeitgleich das Frühstück in Kombination einer anderen Tätigkeit genossen haben. Da saß links gegenüber von uns die Gruppe der vier jungen Frauen, die ihr Frühstück während des morgendlichen Tratsches genossen haben, daneben ein Mann, der gemütlich in seine Morgenzeitung vertieft war. Die beiden Arbeiter schienen schon Stammgäste zu sein und sind freudig an der Theke begrüßt worden. Eine einladende Atmosphäre hat sich um uns herum breit gemacht. Unmittelbar neben uns saß ein älterer Herr im Anzug, arbeitend an seinem Tablet und wir – wir stellten das Pärchen der Szenerie dar. Die kleinen Tische, Ketchup und Senfsoßen haben uns direkt an die Serie „Gilmore Girls“ in Lukes Café erinnert – auch wenn diese nicht in England spielt, haben wir direkt das Gefühl der Heimat erfahren, das im Film vermittelt wird. Bei unserem nächsten Besuch werden wir „Breakfast and Burgers“ erneut aufsuchen!

Als wären wir in die Vergangenheit gereist: The Leadenhall Market

Leadenhall Market

In der Nähe der Leadenhall St. befindet sich der Leadenhall Market, ein überdachter Markt, der schon seit dem 14. Jahrhundert genutzt wurde, um Getreide und Geflügel zu verkaufen. Er ist im viktorianischen Stil erbaut und bringt dank der Glaskonstruktionen, den hohen Dachbögen und dem malerisch gestalteten Fußboden viel Licht und Eleganz in das Bauwerk. Der Leadenhall Market ist mit seinen engen Gängen und Gassen traumhaft schön, jedes Geschäft einzigartig und künstlerisch anders gestaltet. In uns hat sich das Gefühl ausgebreitet, eine Reise in eine neue, unvertraute Welt gemacht zu haben. Doch nicht nur die Architektur lohnt sich für einen Ausflug zum Leadenhall Market – die Pubs, Restaurants und kleinen Einkaufsmöglichkeiten für Schreibwaren und Delikatessen lohnen sich für einen Besuch. Darüber hinaus befindet sich dort die Filmkulisse, die in der Welt von Harry Potter als Eingang „Zum Tropfenden Kessel“ genutzt wurde, der Eingang in die magische Welt. Wir konnten uns regelrecht vorstellen, wie Harry ungläubig in die Welt der Zauberer eintritt. Das Geschäft mit der unscheinbaren dunkelblauen Tür „Zum Tropfenden Kessel“ stellt heutzutage jedoch keinen Pub dar, sondern einen Optiker.

Das echte London erleben

London ist übersät von wunderschönen Brücken, die über die Themse führen. Die erste Brücke, die wir betreten haben, ist die Straßenbrücke London Bridge. Sie ist über die Jahrhunderte hinweg auf- und abgebaut worden. Zuvor haben wir gelesen, dass wir auf der Brücke „das echte London“ erleben. Mit der Sicht auf „The Shard“, flussabwärts die Tower Bridge und die Themse haben wir einen reizüberfluteten Eindruck erhalten. Menschen liefen über die Brücke. Touristen, Menschen auf dem Weg zur Arbeit mit einem Kaffee in der Hand, noch mehr Touristen. Auf der London Bridge fahren auch Busse entlang. Für uns der erste Moment, in dem wir die Vielzahl der Londoner Busse bewusst wahrgenommen haben.

Ausblick auf die London Bridge

The Millennium Bridge – wo Todesser ihr Unwesen trieben

Im Anschluss haben wir uns überraschen lassen. Wir haben unsere Karte weggelegt und uns treiben lassen, unwissend zu welcher Attraktion uns der Weg führen wird. Die warme Sonne auf der Haut, eine Mischung aus Natur und künstlerischer Schönheit um uns herum. Die Themse entlang, Möwen überall, wir staunend. Ins Gespräch vertieft, bemerkten wir nicht, welche Sehenswürdigkeit sich vor uns aufbaute. Seit Jasmins Jugend träumte sie von dieser Brücke, seitdem sie sie das erste Mal in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ einstürzen sehen hat: Die Millennium Bridge. Wunderschön stand sie vor uns dar, in das Sonnenlicht gehüllt. Für Jasmin ist ein Traum wahrgeworden. Der Blick von der Brücke auf die umstehenden Gebäude und das Wasser unter uns ist atemberaubend schön gewesen, architektonisch bezaubernd.
Die Hängebrücke wurde im Jahr 2000 eröffnet, nach zwei Tagen allerdings wieder geschlossen. Spazierende haben die Konstruktion als schwankend und wackelig wahrgenommen, sodass diese zunächst unter „The Wobbly Bridge“ bekannt war und restauriert werden musste. Seit 2002 ist sie wieder begehbar und bildet die Verbindung zwischen der „City of London“ und dem Stadtbezirk „London Borough of Southwork“. Die St. Paul’s Cathedral, das Tate Modern, das Globe Theatre und die Bankside Gallery befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Hoch hinaus

Das London Eye – das Riesenrad mit langer Wartezeit, die sich lohnt. Die Warteschlange für das Kaufen der Eintrittskarten hat sich zwar eine lange Zeit hingezogen, dennoch haben wir so die Möglichkeit gehabt, neue Menschen kennenzulernen und Touristen aus der ganzen Welt zu erleben. Wir haben unser Hotel über „booking.com“ gebucht und Rabatte für verschiedene Sehenswürdigkeiten erhalten. Auf diese Weise konnten wir ein wenig an Eintrittsgeld für das London Eye sparen, dennoch ist die Attraktion mit knapp 45€ für zwei Personen nicht günstig. Zusammen mit 12 Menschen befanden wir uns in einer Gondel und haben die Aussicht genossen. Die Konstruktion hat ebenfalls einen stabilen Eindruck bei uns hinterlassen. Wir konnten einen atemberaubenden Blick über ganz London genießen. Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen konnten wir durchgehend Neues betrachten und verschiedene Sehenswürdigkeiten, Gebäude und Plätze haben sich uns offenbart.

Fish & chips im Poppie‘s

Zum Abendessen wollten wir gerne einmal typisch „Fish & Chips“ probieren. Hierfür haben wir uns eine günstige Restaurantkette ausgesucht, die in einem gemütlichen Flair englische Spezialitäten präsentiert: Das Poppie’s. Besonders begeistert waren wir von den nachhaltigen Strohhalmen, die eine gute Alternative zu den Plastikstrohhalmen bieten. Für den ersten Eindruck von Fish & Chips waren wir vollends zufrieden und das Essen wurde schon nach kurzer Zeit serviert. Fish & Chips haben besser geschmeckt, als wir erwartet haben und wir konnten zwischen verschiedenen Fischarten wählen. Sie wurden uns gemeinsam mit Dips in kleinen Glasbehältern serviert. Alex hat sich Chicken Pie bestellt – Hähnchenfleisch, welches mit Blätterteig ummantelt wurde. Dieses war das Beste, was wir an warmen Gerichten in London gegessen haben. Das Personal war sehr zuvorkommend und äußert freundlich. Obwohl das Lokal ein wenig schnelllebig wirkt, da sich die Gäste meist keinen langen Zeitraum dort aufhielten, konnten wir dennoch mit einem Sitzplatz im hinteren Teil des Restaurants ungestört und in Ruhe das Essen genießen.

Fish & Chips im Poppie‘s

Durch die Wand zum Gleis 9 ¾

An unserem zweiten Tag sind wir zum Bahnhof King‘s Cross gefahren, um uns den Drehort für die Harry Potter Filme anzusehen und um das Gleis 9 ¾ zu besichtigen. Für die Wenigen, die sich nicht mit der magischen Welt auskennen:
Bei dem Gleis 9 ¾ handelt es sich um den Zugang zum Hogwarts Express, mit dem Zauberer und Hexen nach Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, fahren können. Schülerinnen und Schüler laufen die Wand zwischen Gleis 9 und 10 hindurch, um auf das Gleis zu gelangen.
Ein Gepäckwagen, der als Besucherattraktion dient, befindet sich heute noch im Bahnhof King‘s Cross und ist halb in der Wand verschwunden – allerdings nicht wie vermutet zwischen Gleis 9 und 10, sondern in der Nähe von Gleis 1. Hier können professionelle Fotos gemacht werden, die von zuständigen Mitarbeitenden angefertigt werden. Diese sind für knapp 10 Euro zu erwerben und sind so inszeniert worden, dass es tatsächlich so aussieht, als würdest Du durch die Wand hindurch springen. Du bekommst auch einen Schal deines Wunschhauses um den Hals gelegt, der bei einem Sprung durch die Wand von den Mitarbeitenden in die Luft gewirbelt wird, um den Effekt auf dem Foto zu verstärken. Insgesamt für Fans eine tolle Attraktion! Wenn Du kein Geld für ein Foto ausgeben möchtest, kannst Du auch eigene Fotos schießen. Nebenan befindet sich der Harry Potter Shop, ein kleines Geschäft, bestehend aus zwei Räumen. Hier bekommst Du alles, was dein Harry Potter Herz begehrt: Unterschiedliche Zauberstäbe verschiedener Charaktere, Trikots und Schals, Hüte, Schlüsselanhänger und Schmuck in Form des goldenen Schnatzes oder dem Zeichen der Heiligtümer des Todes. Schokofrösche und Bertie Botts Bohnen (und zwar wirklich in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen! Wir sind leider in den Genuss von Dreck, schwarzem Pfeffer und Erbrochenem gekommen, haben aber auch eine Bohne mit Zitronengeschmack probiert). Die Fanartikel sind leider sehr teuer, doch ein Besuch im Bahnhof King‘s Cross lohnt sich für jeden Potter Head!

„After all this time?“ – „Always“

Schloss Hogwarts

Endlich sind wir bei der Warner Bros. Studio Tour London: The Making of Harry Potter angekommen. Hier seht Ihr alles, wovon Ihr nur zu träumen gewagt habt: von atemberaubenden Kulissen bis zu den originalen Requisiten ist alles dabei! Bei den Studios handelt es sich nämlich um den echten Drehort der Harry Potter Filme. Langweilig wird es hier auf keinen Fall. Es gibt viel zu bestaunen und Ihr könnt auch viele Orte, wie den verbotenen Wald oder die Große Halle, eigenständig betreten. Wenn Ihr mehr wissen wollt, kommt Ihr hier zu unserem Erfahrungsbericht.

Englisches Frühstück in einem Brötchen: Sheila’s Café

Um vor unserer Abreise noch einmal ein english breakfast zu genießen, haben wir uns für das Bistro „Sheila’s Café“ entschieden.  Wir haben uns zunächst online informiert und das Café als „Geheimtipp“ erhalten. Von außen sah das Café leider nicht so einladend aus, innen sind wir dann doch herzlich in Empfang genommen wurden. Es handelt sich um ein sehr kleines Bistro, in dem die Gäste sehr herzlich behandelt werden. Es gibt nur vier Tische, sodass es zu einer erhöhten Wartezeit kommen kann. Viele Besuchende nehmen sich auch lediglich nur einen Coffee to go oder ein Sandwich für die Arbeit mit. Wir sind dennoch sehr zufrieden gewesen, dort zu frühstücken, da die Besitzerin uns mit ihrer guten Laune direkt angesteckt hat. Sie hat sich anfangs Zeit für uns genommen und sich sehr freundlich mit uns unterhalten und ist auf unsere Wünsche eingegangen, für Späße war sie auch zu haben. Wir haben einen frisch gepressten Orangensaft getrunken und auf Empfehlung des Hauses bacon, eggs and sausage in a role gegessen. Das ist ein Sesambrötchen, welches mit Speck, Eiern und Würstchen belegt ist. Unheimlich lecker und sehr sättigend. Ein wunderbarer, sympathischer Start in den Tag! Wer gerne einen morgendlichen Spaziergang nach dem Frühstück macht, kann von Sheila’s Café zum Buckingham Palace laufen. Das Café grenzt unmittelbar an den Hyde Park an, eine wunderschöne Grünanlage mit eigenem See im Zentrum Londons.  Von dort aus braucht man nur knapp eine halbe Stunde fußläufig zum Buckingham Palace, wo morgens um 11 Uhr die 30-minütige königliche Zeremonie des Wachwechsels stattfindet. Sie findet allerdings nur bei gutem Wetter statt und es empfiehlt sich, eine Stunde zuvor vor Ort zu sein, um einen guten Platz zu ergattern.

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