Eine Wanderung zum Chiemsee

„Alle Wege führen nach Rom“. Warum nehmen wir eigentlich immer den direkten Weg? Warum leben wir häufig nach dem Motto: „Hauptsache ankommen und das Ziel erreichen“? Dabei ist doch der Weg das Ziel. Es ist doch viel schöner auch mal vom Weg abzukommen und nach links und rechts zu schauen, anstatt immer nur starr geradeaus zu laufen. Wir sollten uns viel häufiger von unseren Sinnen leiten lassen, unseren Instinkten folgen und auch mal was Neues wagen. Denn wie kommen wir zu neuen Eindrücken, wenn wir immer nur denen folgen, die uns vorgegeben werden?

Der Chiemsee erstreckt sich über knapp 80.000 Quadratkilometer im bayrischen Bundesland und bietet über 60 Kilometer eine Uferstrecke mit wunderbarem Ausblick auf das Wasser und zahlreichen Attraktionen für die gesamte Familie.

Natürlich könnt Ihr auch ganz einfach mit dem Auto zu einem der zahlreichen Parkplätze rund um den Chiemsee fahren, schwimmen gehen und die Sonne den ganzen Tag auf der Haut brutzeln lassen. Doch wir haben uns für die abenteuerlichere Variante entschieden und sind darüber hinaus noch zum Chiemsee gewandert und haben direkt mehrere Bereiche des Sees erkundet.

Wir haben uns für eine Runde in Prien am Chiemsee entschieden. Diese Wandertour könnt Ihr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen oder auch mit dem Auto kostenfrei an der Route parken. Unsere Wanderung dauerte knapp zwei Stunden und beinhaltete eine Strecke von ca. sieben Kilometern.

Wir haben unsere Ursprungsroute auf komoot.de gefunden, einer Internetseite, die zahlreiche Wanderrouten ausrechnet und Euch die Möglichkeit offenlässt, diese auch individuell anzupassen. Dabei werden nützliche Informationen, wie die Länge der Wanderroute, die Wegbeschaffenheit oder das Schwierigkeitslevel angegeben, sodass Ihr schon im Voraus entscheiden könnt, ob Ihr die Route wagen möchtet.

Geparkt haben wir am Friedhof nahe der Neugartenstraße in Prien und haben uns für die „Hafen Prien Runde“ entschieden und diese dann für uns ein wenig verändert. Die erste Zeit sind wir durch verlassene Straßen und Gassen gelaufen, Haus an Haus, doch kaum eine Menschenseele an diesem heißen Sommertag auf der Straße zu sehen. Der Spaziergang entlang der wunderschönen Häuser lohnt sich, kein Haus gleicht dem anderen, jeder Vorgarten ist pflanzlich ästhetisch gestaltet.  

Der Wanderweg ist zunächst auch ausgeschildert gewesen und wir sind den Schildern zu einem Feldweg gefolgt, der an der Straße entlangführte. Von dort sind wir auf einen Schleichweg abgebogen, der sich unmittelbar an einen vorbeifließenden Bach entlanggeschlängelt hat. Ab dann begann unser Abenteuer, weg von vorgegeben Wegen, weg von Vorschreibungen.

Der Weg, den wir entlanggelaufen sind, ist faszinierend. Wald, Natur und fließendes Gewässer um uns herum. Der Bach bezauberte uns, Steine und Blumen verschönerten die Aussicht.

Der Weg wurde mit der Zeit enger und es schien, als würden neue Bäume aus dem Boden sprießen und der Bach hinter ihnen verschwinden. Wir hörten nur noch das leise Plätschern. Doch wir haben es genossen. Wir liefen und liefen, ohne zu wissen, wo der Weg enden würde.

Nach einiger Zeit bemerkten wir auf unserer linken Seite einen Abhang, der direkt zum Fluss führte. Neugierig ließen wir unseren bisherigen Pfad hinter uns und näherten uns dem Fluss. Nur knapp 100 Meter entfernt sahen wir mitten im Wasser mehrere aufeinandergehäufte weiße Steine. Das Gebilde wirkte auf uns wie eine kleine Insel. Wir haben nicht lange überlegt, sind ohne Schuhe ins Wasser gestiegen und haben uns über die Steine zu unserer Insel gewagt. Ein wunderbarer, märchenhafter Ort.

Vorsicht: Rutschig!
Natürlich ist Jasmin auf dem Weg zur Insel auf den Steinen ausgerutscht und hat sowohl ihre Schuhe als auch ihre Socken in das Wasser getunkt. Ein wahrer Profi.

Wir waren unfassbar glücklich, den ausgeschilderten Weg hinter uns gelassen zu haben. Wären wir nur dem vorgegebenen Pfad gefolgt, hätten wir niemals unsere kleine Insel entdeckt. Der Ort lädt nur so zum Verweilen ein; im Einklang mit der Natur. Stundenlang hätten wir dortbleiben können. Wie sagt man so schön: The mountains speak for themselves. Es war ein unvergesslicher Moment.

Wichtig für Euch: Solltet Ihr jemals denselben Weg einschlagen, achtet darauf, dass Ihr nicht direkt den Hang hinter der Insel wieder hinaufklettert. Den Fehler haben wir gemacht. Unmittelbar dahinter liegt ein angrenzender Garten eines großen Wohnhauses, den Ihr durchqueren müsstet, um zurück zur Straße zu gelangen. Uns haben zum Glück keine Anwohner gesehen, das hätte ziemlich unangenehm werden können.

Von dort aus kamen wir recht schnell am Chiemsee an. Priem am Chiemsee ist von wundervollen grünen Rasenflächen umgeben, die bis knapp vor das Wasser reichen. Zahlreiche Entspannungsoptionen oder sportliche Aktivitäten bieten sich Euch am See. Tretbootfahren, Stand-up-Paddling oder Kanadier fahren sind unter anderem die beliebtesten Wassersportarten in Prien. Ein Erlebnisbad befindet sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe. Von Prien am Chiemsee kommt Ihr außerdem sehr gut zur Herren- und zur Fraueninsel.
Prien ist perfekt für Familienausflüge geeignet.

Wer sich jedoch mehr zum Sandstrand, zu Cocktails oder zu lauter Musik hingezogen fühlt, wird sich in Übersee wohler fühlen. Das karibische Flair unter Palmen und auf Sonnenliegen bietet sich Euch am Strandbad. Hier findet Ihr eine Beach Bar, jede Menge Tanzflächen und Sitzgruppen, eine Shisha Bar und viele verschiedene Wassersportattraktionen. Zum Beispiel könnt Ihr auch hier Stand-Up Paddling ausprobieren oder Euch auf Ruderbooten über den See treiben lassen. Die vorhandenen Liegen könnt Ihr Euch kostenlos nehmen. Übersee ist der perfekte Ort, um schöne Sommertage am Strand zu verbringen.

Bleibt Ihr immer auf den vorgegebenen Pfaden oder weicht Ihr auch mal vom erkundeten Weg ab? Was waren bisher Eure Erfahrungen? Habt Ihr noch weitere Tipps für unseren nächsten Aufenthalt am Chiemsee? Wir freuen uns über neue Anregungen und interessante Orte!

Ein Kommentar bei „Eine Wanderung zum Chiemsee“

  1. Unbekannter Nutzer sagt: Antworten

    Awesome post! Keep up the great work! 🙂

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