Das Licht in der Dunkelheit – Prag

Wer eine Mischung aus Kultur und Historie erleben möchte, ist in Prag genau richtig. Hier könnt Ihr zahlreiche Sehenswürdigkeiten der verschiedensten Jahrhunderte besichtigen oder einfach nur die schöne Aussicht genießen. Tschechien ist zudem verdammt günstig! Dies zieht zwar jede Menge Party People an, doch auch wenn Ihr nicht gerade im Zentrum das erstbeste Restaurant aufsucht, kommt Ihr hier kostengünstig weg.

Als wir nach unserem Wellnesswochenende in Bayern noch Lust auf einen Städtetrip bekamen, haben wir uns zwei Stunden lang in unser Auto gesetzt und waren Ruckzuck in der Hauptstadt Tschechiens. Ein Urlaub, der sich definitiv gelohnt hat. Plant für Euren Aufenthalt auf jeden Fall mehr als zwei Tage ein, es gibt viel mehr zu sehen, als wir in der kurzen Zeit zu Gesicht bekommen haben. Dennoch können wir Euch sicherlich von der einen oder anderen Sehenswürdigkeit überzeugen. Unser Tipp: Bleibt auf jeden Fall über Nacht!

Was Ihr vorab wissen müsst:

Wenn Ihr von Deutschland nach Tschechien reist (und umgekehrt), zahlt Ihr Maut- Gebühren. Die Vignette könnt Ihr Euch vor Eurer Reise online bestellen oder zum Beispiel an Tankstellen kurz nach der Grenze kaufen. 10 Tage ist der kürzeste Zeitraum, den Ihr wählen könnt und kostet Euch 12,50€.

In Prag kommt Ihr an vielen Sehenswürdigkeiten gut mit dem Euro zurecht oder ansonsten könnt Ihr fast überall mit Kreditkarte zahlen. Tschechische Kronen mussten wir während des gesamten Aufenthalts nicht zur Verfügung haben.

Der Wenzelsplatz

Der Heilige Wenzel

Der Wenzelsplatz stellt das Zentrum der tschechischen Hauptstadt dar und ist dank des Prager Wahrzeichens direkt auf Anhieb zu erkennen. Er ist 700m lang und zählt zu den größten Plätzen Europas. Das St. Wenzels-Denkmal ist ein bronzenes Reiterstandbild des Heiligen Wenzels, der den Schutzpatron Tschechiens mit Rüstung und Lanze verkörpert und von vier Schutzheiligen umgeben ist. Auf dem Sockel befindet sich die Inschrift: „Heiliger Wenzel, Herrscher über die böhmischen Länder, Du unser Fürst, lasse weder uns noch unsere Nachkommen untergehen“. Heutzutage stellt der Wenzelsplatz einen beliebten Treffpunkt dar und wird häufig von Schulklassen besucht. Der Ort erinnert eher an einen Boulevard oder eine Einkaufsstraße als an einen Platz. Dieser wurde im Mittelalter als Pferdemarkt oder in der Vergangenheit für Demonstrationen genutzt. Tatsächlich findet Ihr am Platz entlang zahlreiche Shoppingmöglichkeiten, Restaurants und Cafés – hier ist bis in die Nacht hinein Betrieb. Die Lokalitäten sind alle im unterschiedlichen Stil der Jahrhunderte gehalten.

Der Wenzelsplatz

Eine Bootstour über die Moldau

Kurz vor der Karlsbrücke sind wir von zwei Matrosen angesprochen worden, die den „Prague Venice Boats Trip“ anwerben. Hierfür könnt Ihr in das Museum zur Geschichte der Karlsbrücke nebenan gehen und Euch die Tickets für umgerechnet 14 Euro pro Person kaufen. In dem Ticket ist zusätzlich noch der kostenlose Besuch im Museum inklusive und Ihr bekommt darüber hinaus während der Bootstour ein Getränk (z.B. Bier oder Limonade) und ein Eis im Sommer oder einen Lebkuchen in der kalten Jahreszeit.

Die Tour wird von Matrosen und Kapitänen in Uniform gestaltet und startet unterhalb der Karlsbrücke. Ihr sitzt in kleinen überdachten Booten aus Holz, in denen ca. 15 Personen Platz finden. Abhängig von der Tagesform kann es auch passieren, dass Ihr und der Kapitän allein die Bootstour bestreitet. Die Tour ist an sich auf Englisch, Ihr bekommt dennoch einen Audio Guide und könnt diesen auf verschiedenen Sprachen einstellen. Der Kapitän hatte bei unserer Tour auch Kartenmaterial dabei, was Ihr Euch zusätzlich noch angucken könnt. Es gab viele interessante Fakts zur Entstehung Prags und zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten, die direkt am Wasser zu finden sind. Hauptsächlich sind wir dennoch im Kreis geschippert, konnten jedoch immer wieder Neues betrachten. Abgelegene Ecken, die nur mit dem Boot zu erreichen sind, könnt Ihr ebenfalls entdecken. Insgesamt habt Ihr die Möglichkeit Prag aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Die Tour dauert ca. 45 Minuten.

Die Karlsbrücke bei Nacht

Den schönsten Eindruck Prags haben wir auf der Karlsbrücke erhalten. Bei finsterster Dunkelheit ist Prag dort am schönsten. Von der Brücke aus habt Ihr eine wundervolle Aussicht auf die Schlösser in weiter Ferne, deren Lichter sich in der fließenden Moldau spiegeln. Beleuchtete Restaurants am Rande des Wassers verschönern die Kulisse. Die Brücke wurde im 14. Jahrhundert erreichtet und verbindet die Altstadt mit dem Kleinseitner Ring. Die Karlsbrücke ist heutzutage von vielen Statuen auf der Brücke geschmückt, die Heilige und Patronen verkörpern. Viele Touristen befinden sich nachts auf der Brücke, um traumhafte Fotos zu schießen.



Eine Aussicht über ganz Prag

Wer von Euch gerne mal die tschechische Hauptstadt von oben überblicken möchte, ist auf dem Prager Fernsehturm genau richtig. Der Turm ist 216 Meter hoch und bietet nach 97 Metern eine verglaste Aussichtsplattform, die um den ganzen Turm herum reicht. Von dort aus habt Ihr einen weiten Blick über die Prager Häuser, die Altstadt und die zahlreichen Brücken Prags. Es gibt zwei Aufzüge, die Euch binnen 38 Sekunden bis zum Observatorium bringen. Hier findet Ihr auch Sitzgelegenheiten in Form von Bänken oder Hängeschaukeln oder Ferngläser, mit denen Ihr bestimmte Sehenswürdigkeiten näher fokussieren könnt. Darunter befindet sich noch ein Gastronomiebereich, in dem sich Speisen und Getränke bei schöner Aussicht genießen lassen.
Der Fernsehturm hat jeden Tag von 09 – 24 Uhr geöffnet und kostet Euch umgerechnet ca. 9 Euro. Studierende bekommen einen ermäßigten Eintritt. Wir waren tagsüber bei Regen vor Ort, können uns aber vorstellen, dass es bei Abenddämmerung oder nachts schönere Ausblicke zu bestaunen gibt. Der Turm besteht aus drei stahlverkleidete Betonsäulen und erinnert von außen an eine Rakete. Bei näherem Hinsehen könnt Ihr zehn Riesenbabys erkennen, die die Betonwände emporklettern. Diese Statuen sind auch in einem Park nahe der Karlsbrücke wiederzufinden.

Tipp: Der jüdische Friedhof befindet sich in unmittelbarer Nähe des Fernsehturms und lohnt sich ebenfalls für einen Blick. Für das Betreten braucht Ihr zwar eine Eintrittskarte, durch das Eintrittstor bekommt Ihr dennoch einen ersten Einblick. Es befinden sich über 12.000 Grabsteine dicht beieinander gedrängt auf dem Friedhof. Überall sind Hügel zu erkennen, da die Toten aufgrund des Platzmangels unter der Erde aufeinandergestapelt wurden. In den Grabsteinen könnt Ihr zahlreiche Verzierungen erkennen.

Wo der Sensenmann und die Zwölf Apostel aufeinandertreffen

In der Prager Altstadt befindet sich die Rathausuhr, die auch als Aposteluhr oder Altstädter Astronomische Uhr bekannt ist. Sie ist ein historisches Denkmal aus dem 14. Jahrhundert und aus der Kulturszene kaum wegzudenken. Am Turm des Rathauses befindet sich ein astronomisches Ziffernblatt, auf dem der Verlauf der Sonne und des Mondes zu erkennen sind. Römische Zahlen sollen die aktuelle Uhrzeit darstellen, Planetenstunden und Zeichen aus dem Tierreich lassen sich auf der Uhr ebenfalls analysieren. Zu jeder vollen Stunde zwischen 9 Uhr und 22 Uhr könnt Ihr ein kleines Spektakel erleben. An beiden Fenstern des Turms tauchen die Zwölf Apostel auf und zwischen ihnen ist ein Engel zu sehen. Zeitgleich könnt Ihr die Stilfigur der Habgier, der Eitelkeit und die der Wollust betrachten. Der Sensenmann erscheint ebenfalls mit einer Sanduhr in der Hand, die er, nach dem Krähen des Hahnes und dem Gong zur vollen Stunde, einmal wendet. Riesige Menschenmassen stehen wartend vor der Aposteluhr und können es kaum erwarten, dass der Stundenzeiger die Zahl 12 erreicht.

Ein bisschen Literatur darf in Prag nicht fehlen

Prag ist besonders für den Schriftsteller Franz Kafka bekannt, der in Prag geboren und aufgewachsen ist. Für alle Literaturinteressierten gibt es in Prag das Franz-Kafka-Museum, in welchem Auszüge aus seinen Werken abgebildet sind. Kafka war deutschsprachiger Schriftsteller und bekannt für die ausweglosen Situationen, in denen sich die Protagonisten seiner Werke häufig befinden. Nach ihm ist auch der Begriff der „kafkaesken“ Situation benannt. Die Beziehung zu seinem Vater wird auch in den vielen Werken thematisiert. In Museum erfahrt Ihr viel über sein Leben, die Erziehung seiner Eltern und über seine Wünsche und Träume. Die originalen Werke könnt Ihr selbst bestaunen und in originalen Schriften nachlesen. Tagebucheinträge, Briefe und Zeichnungen sind zusätzlich vorhanden. Die Tickets kauft Ihr für ca. 7 Euro nebenan in einem Shop, wo es auch zahlreiche Werke Kafkas zu erwerben gibt.

Eine Köstlichkeit Prags – Trdlo

Wenn Ihr durch die Altstadt Prags und die umherliegenden Gassen schlendert, werdet Ihr des Öfteren auf das Symbol eines aufrechten, verdrehten Hörnchens stoßen: Das Trdelnik – kurz Trdlo. Hierbei handelt es sich um eine Süßigkeit Prags, die es in allen Möglichen Ecken frisch zubereitet zu kaufen gibt. Die Hörnchen werden wie Stockbrot auf einem Stab über dem offenen Feuer gedreht, bis sie von außen braun und knusprig sind. Daraufhin könnt Ihr zwischen verschiedenen Füllungen wählen. Es gibt unter anderem Zimt und Zucker, Nutella- oder Vanillecremefüllung, Erdbeeren, Sahne und Vanilleeis. Uns hat Zimt und Zucker am Besten geschmeckt, Puddingfüllung war dann doch ein wenig zu süß. Jedem Schleckermaul ist das Trdlo zu empfehlen.

Wenn ihr von dem Städtetrip in Prag vollkommen ausgelaugt seid, empfiehlt es sich danach einen Wellnessurlaub in Bayern einzulegen. Wir waren im Wellness & Golfresort Rimbach.

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